Antwort vom WAZ
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihre E-Mail vom 12.06.2006, die an die WAZ in Essen geschickt wurde, haben wir vorliegen und geprüft.
Der Geschäftsführer des Buchverlages Trud äußert sich zu Ihrer E-Mail gemäß anliegendem Brief, den ich Ihnen in der deutschen und bulgarischen Version zusende. Daraus geht glaube ich sehr deutlich hervor, dass der Buchverlag Trud dem kostenlosen Lesen der Blinden nicht im Wege steht, sondern im Gegenteil - sich darum bemüht, dieses zu unterstützen.
Jedoch verbinden sich mit dieser Frage urheberrechtliche Zusammenhänge und da können wir es leider nicht zulassen, dass Rechte verletzt werden.
Wir hoffen sehr, dass sich Ihre Meinungsbildung nunmehr ändert. Sollten sich doch weitere Rückfragen ergeben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Imberg
Hauptgeschäftsführer
Anlage
Sehr geehrter Herr Imberg,
Kurz gefasst sehen die Dinge folgendermaßen aus:
Das Verlagshaus Trud begann mit dem Erwerb von Urheberrechten an den elektronischen Ausgaben literarischer u.a. Werke zwecks Errichtung der Internetseite znam.bg. Unter den erworbenen Rechten sind diese an der Herausgabe der Klassiker Elin Pelin und Jordan Jovkov. Außerdem besitzen wir, wie Sie bereits wissen, auch Rechte an der Herausgabe von Enzyklopädien, Geschichtswerken etc.
Raubkopien dieser Werke gibt es auf vielen Websiten. Man erzielt Gewinne, indem diese gegen Abonnement verkauft werden. Vor ca. zwei Monaten haben wir manche dieser Seiten herausgefunden und ein Schreiben mit der Bitte geschickt, dass die Werke, an denen wir die Urheberrechte besitzen, gelöscht werden. Weiter haben wir vorgeschlagen, dass ein Link zu unserer Website eingebaut wird, um die Benutzer dieser Seiten nicht zu benachteiligen. Zu unserer Website werden sie denselben Zugang wie bisher haben – kostenlos für den größten Teil dieser Werke.
Anstatt der Forderung des Gesetzes zu erfüllen, starteten die illegalen Seiten Angriffe gegen uns, indem sie die Fakten verdrehten. Sie begannen die Verleumdung zu verbreiten, dass „Trud den Blinden die Bücher wegnimmt“. Der Anlass hierzu ist, dass auch die von Viktor Ljubenov errichtete Internetseite bezmonitor.com zu den Internetseiten zählt, die Inhalte bzw. Produkte widerrechtlich verbreiten.
Wir haben Viktor Ljubenov erklärt, dass der Zugang zu allen Werken, an denen wir die Urheberrechte besitzen, für Blinde nach wie vor frei und kostenlos bleibt. Unsere Bedingungen aber besagen, dass der kostenlose Inhalt durch unsere Seite zugänglich ist und zwar in einer Form, welche für die Nutzung von Blinden geeignet ist - bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Inhalt, wie auch in allen anderen Internetseiten veröffentlicht, d.h. für Sehende. Leider dauerte es einige Zeit, bis auch Herr Ljubenov einsehen konnte, dass wir keinesfalls dem Lesen der Blinden im Wege stehen, sondern im Gegenteil.
In der Zwischenzeit, während wir unsere Verhältnisse klärten, nutzten die illegalen Internetseiten diese Angelegenheit, uns anzugreifen und ihre Produktion nicht zu löschen.
Da wir einen Teil der Rechte durch das Kulturministerium erworben haben, wandten wir uns an das Ministerium mit der Bitte, unsere Verteidigung zu übernehmen. Das Ministerium hat der Hauptdirektion Bekämpfung der Kriminalität angeordnet, den Fall zu prüfen. Wir haben der Sonderabteilung die entsprechenden Unterlagen bereitgestellt.Ein ähnlicher Angriff, der auf keine Fakten beruht sowie der Angriff gegen unsere Fussball-DVD-Sammlung wurde in der in Sofia kostenlos vertriebenen Zeitung Sedmitschna Posta (Wochenpost) veröffentlicht. Ich habe mit Frau Milka Esekieva gesprochen. Wir überlegen uns die Möglichkeit, gegen diese Zeitung ein Verfahren einzuleiten. In fast jeder Ausgabe dieser Zeitung sind Verleumdungen und Attacken gegen Trud und 24Stunden enthalten – wahrscheinlich hält man Trud und 24Stunden für seinen größten Wettbewerber.
Im großen und ganzen war das alles. Die Wahrheit ist, dass die Blinden davon nicht betroffen sind. Die illegalen Betreiber möchten diese als Schild benutzen, um weiterhin Werke zu veröffentlichen, für die sie keine Urheberrechte zahlen.
gez. Nikola Kitzevski