Decken die Lügen auf

Sehr geehrter Herr Imberg,

Wir bedanken uns dafur, dass Sie den vorliegenden Fall ernst genommen haben. Wir sind emport und schockiert von der Unmenge Lugen in der Antwort vom Herrn Kitzevski, die das unakzeptable Verhalten der Vertreter des Trud-Verlags vertuschen. Hiermit fuhren wir einige Beispiele aus:

“Raubkopien dieser Werke gibt es auf vielen Websiten. Man erzielt Gewinne, indem diese gegen Abonnement verkauft werden.” 

Das ist vollig falsch: die Seite bezmonitor.com hat weder Abo verkauft, noch jemals sonstige Gebuhren und finanzielle Begunstigungen verlangt. Sogar hat sie niemals zum Spenden gebeten.

“Weiter haben wir vorgeschlagen, dass ein Link zu unserer Website eingebaut wird, um die Benutzer dieser Seiten nicht zu benachteiligen.  Zu unserer Website werden sie denselben Zugang wie bisher haben – kostenlos fur den gro?ten Teil dieser Werke.”

Wieder stimmt die Behauptung mit der Realitat nicht uberein. Die Nutzer der Seite bezmonitor.com wurden doch logischerweise nichts dagegen haben, wenn sie einen freien Zugang zu online Bucher bekommen wurden, fur den sie vormals bezahlt haben! Leider ist genau das Gegenteil passiert – was letzlich zum offentlichen Skandal fuhrte.

Der Skandal war in der Offentlichkeit so massiv, dass aktuell die  bulgarischen Internet-Seiten, die Bezug dazu genommen haben, schon einer Anzahl von 150 nahern. Vor wenigen Tagen wurden Informationen uber den Fall in der international meist besuchten Blog-Seite http://boingboing.net veroffentlicht.

“Wir haben Viktor Ljubenov erklart, dass der Zugang zu allen Werken, an denen wir die Urheberrechte besitzen, fur Blinde nach wie vor frei und kostenlos bleibt. Unsere Bedingungen aber besagen, dass der kostenlose Inhalt durch unsere Seite zuganglich ist und zwar in einer Form, welche fur die Nutzung von Blinden geeignet ist - bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Inhalt, wie auch in allen anderen Internetseiten veroffentlicht, d.h. fur Sehende. ”

Anfangs wurde den Blinden Menschen gar keinen freien Zugang angeboten. Dies wurde viel spater beschlossen – erst nachdem die Offentlichkeit protestierend reagierte. Allerdings funktioniert der Modul jetzt noch nicht, sondern erst schatzungsweise gegen Ende des Jahres, d.h. bis dahin bleiben die Blinden ohne Zugang zur Literatur.

“In der Zwischenzeit, wahrend wir unsere Verhaltnisse klarten, nutzten die illegalen Internetseiten diese Angelegenheit, uns anzugreifen und ihre Produktion nicht zu loschen.”

Dies ist ebenfalls nicht korrekt. Die oben ernannten Texten auf bezmonitor.com wurden an demselben Tag vom Verfasser der Internet-Seite Viktor Ljubenov entfernt, als der Informationsbrief ankam.

„Da wir einen Teil der Rechte durch das Kulturministerium erworben haben, wandten wir uns an das Ministerium mit der Bitte, unsere Verteidigung zu ubernehmen. Das Ministerium hat der Hauptdirektion Bekampfung der Kriminalitat angeordnet, den Fall zu prufen.”

Man kann die korrekte Chronologie der Ereignisse sehen:
9.Mai – Viktor Ljubenov bekommt das Brief von TRUD Verlag.
9.Mai – Viktor Ljubenov entfernt die Streittexten von der Internet-Seite.
18.Mai – erste Klage von TRUD Verlag – an das Kulturministerium, gegen 4 Internet-Seiten, inclusive Bezmonitor.
15.Juni – zweite Klage von TRUD Verlag – an der Hauptdirektion Bekampfung der Kriminalitat, gegen 4 Internet-Seiten, inclusive Bezmonitor. 

Es ist offensichtlich, dass diese Anspruche  nicht darauf abzielen, die Urheberrechte wiederherzustellen, da TRUD Verlag gar keinen Anlass dafur hatte. Ausserdem ist die Frage ist ohnehin fur Blinde in den bulgarischen Gesetzen nicht deutlich formuliert. Eine Erklaerung fur die unverstondlichen Klagen konnte man im Versuch der Leitung von TRUD und Herrn Kitzevski suchen, der Verantwortung fuer den Skandal und der Welle von Unzufriedenheit gegen der Handlungen des Verlaghauses zu entkommen. Die Dokumenten fuer den Rechtbesitz seitens TRUD sind ubrigens noch nicht uebergelassen.

Wir bleiben immer noch bei unserer Meinung, dass TRUD Verlag auf den Wege der Blinden zu der Literaturwelt steht. Unser Protest wird von der Nationalleserhalle fuer Blinden Louis Braille und der gemeinnutigen Organisation AUGENLICHT (ZRENIE) unterstutzt, und der Protestbrief an Ihnen wird jeden Tag von immer mehr Leuten unterschrieben. 

Wir sind zutiefst entzuckt von der Tatsache, dass eine Person mit leitender Position in einer Organisation wie TRUD Verlag einen Brief mit so vielen Unwahrheiten unterschreiben hat. Nachdem der Skandal auch ausserhalb Bulgariens bekannt wurde, zieht er noch mehr Interesse an. In dieser Situation ware es angebracht, dass Herr Kitzevski sofort seine Kundigung anreicht, und die Blinden verdienen von Verlaghaus TRUD eine offentliche Entschuldigung.
 
Herr Imberg, die von uns gegebene Argumente beruhen auf genauen Fakten und Daten. Wir bitten Sie nicht, dass Sie uns glauben – Sie koennen sie selbst ueberpruefen und sich davon ueberzeugen. Wir hoffen auf Ihre Objektivitat.

Mit freundlichen Gruessen,
Gemeinnutzige Organosation AUGENLICHT
Nationalleserhalle fuer Blinden Louis Braille
Buerger der Republik Bulgarien

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